Von Susanne Kreitz, 03.07.09, 17:11h, aktualisiert 03.07.09, 17:11h
„Es ist atemberaubend, was die amerikanischen Museen in ihren Sammlungen haben“, schwärmt Täube, „die hatten ja das Geld für solche großen Ankäufe.“ Der Reiseplan der beiden Direktorinnen war denn auch reich bebildert mit Objekten, die sie sich im Original anschauen wollten, um deren Qualität zu überprüfen, aber auch, um eventuell Dinge zu finden, die noch nicht so im öffentlichen Bewusstsein sind. Und nicht zuletzt ging es darum, Kontakt zu den Kuratoren aufzunehmen, die ihre Schätze ja nicht so ohne weiteres aus dem Haus geben. „Es gibt zwar noch keine festen Zusagen, aber wir sind sehr optimistisch“, resümiert Täube. Auch Museen in London und Paris werden um Leihgaben gebeten.
Optimismus ist eh gefragt in diesen Tagen. „Seit zwölf Jahren bereiten wir uns auf den Umzug vor“, jede Verzögerung bei den Bauarbeiten macht ungeduldiger. Nach der Bauabnahme müssen die Räume „einklimatisiert“ werden, erst danach können die auf mehrere Depots in der Umgebung verteilten Kunstschätze eingelagert werden. Die Depots im Neubau sind auf dem neuesten Stadt der Technik, per Computer können die mobilen Regale bewegt werden - erschütterungsfrei, damit nichts umfällt oder abbricht. Für Kruzifixe beispielsweise und Ähnliches steht eine große Gitterwand bereit. „In den alten Depots stolperte man schon mal über Eimer, die das von der Decke tropfende Wasser auffingen.“ In den Restaurierungswerkstätten im vierten Stock werden zurzeit Spezial-Laborzeilen installiert. Die Fachleute werden dank eines verglasten Innenhofs bei Tageslicht arbeiten können.
Bislang residieren im Kulturzentrum am Neumarkt lediglich der Museumsdienst Köln sowie die Verwaltungen des Museums Schnütgen und des Rautenstrauch-Joest-Museums, das hier seine neue Heimstatt finden wird. Seit das Museum am Ubierring Ende vorigen Jahres geschlossen wurde, sind alle Objekte des einzigen Völkerkundemuseums Nordrhein-Westfalens in Depots zwischengelagert. Lediglich der Reisspeicher von der indonesischen Insel Sulawesi steht schon komplett aufgebaut - und sorgfältig verpackt - im Foyer des neuen Hauses.
Im Museum Schnütgen ist die ständige Sammlung zwar noch zu sehen, doch wegen der zahlreichen Baustellen rund um die Cäcilienkirche gibt es „FreiZeit“ für die Besucher: Der Eintritt ist frei, eine Einladung zur Begegnung mit dem Mittelalter. Wobei auf diesem beengten Raum nur ein Bruchteil ausgestellt werden kann: „Glasmalerei, Textil und Steine haben wir seit Jahren nicht mehr gezeigt“, sagt Dagmar Täube. Zu den Steinen zählen etwa das Tympanon von St. Pantaleon und die Kreuzgang-Kapitelle von St. Gereon.
Viele der Stücke sind in Restaurierungswerkstätten gebracht worden, „wir wollen sie zur Neueröffnung schließlich in vollem Glanz präsentieren“. So werden die originalen Heilige Drei Könige vom Dreikünningepözje an St. Maria im Kapitol vor der Ziegelwand des Altbaus aufgestellt, am Ende des Verbindungsgangs zwischen Neubau und dem Band-Bau. In diesem Gang sollen zur Cäcilienstraße hin Raum hohe Glasfenster eingebaut werden, „die haben wir so bei Tageslicht noch nie zeigen können“. Die Vorfreude der Museumsfrauen ist nachvollziehbar.
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