Erstellt 03.07.09, 11:11h, aktualisiert 13.07.09, 14:08h
Ein 26 Jahre alter Autofahrer aus Eitorf war in einer Rechtskurve offenbar zu schnell - die Tachonadel blieb bei Tempo 135 stehen - auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort prallte das Fahrzeug frontal gegen den Kleinwagen einer 79 Jahre alten Frau aus Ramstad. Daneben saß ihre 74 Jahre alte Schwester, die sie in Windeck besucht hatte. Durch die Wucht des Aufpralls wurden die Motorräume bis zu den Windschutzscheiben eingedrückt. Die Opfer hatten keine Chance. „Sie waren auf der Stelle tot“, sagte die Notärztin. Rettungshubschrauber konnten abdrehen.
Ein 67 Jahre alter Mann aus Windeck fuhr direkt hinter den beiden Frauen, auch er hatte keine Möglichkeit mehr, auszuweichen. Er prallte mit seinem Auto gegen das Heck des Kleinwagens, der in die Höhe gedrückt wurde. Der Mann konnte mit leichten Blessuren selbst aus seinem Fahrzeug aussteigen. Den drei anderen vermochte er nicht zu helfen, sie waren „total eingeklemmt“, wie ein Feuerwehrmann an die Leitstelle meldete. „Das war kein alltäglicher Einsatz“, erzählte später der sichtlich schockierte Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr, Peter Mennicken. Er war mit 20 Wehrleuten zu dem Straßenabschnitt zwischen Herchen und Röcklingen geeilt. Sie mussten die Leichen mit schwerem hydraulischen Gerät bergen. Vier Mitarbeiter des PSU-Teams (Psychosoziale Unterstützung) betreuten sie anschließend im Feuerwehrhaus Herchen. Besonders tragisch: Der verletzte Autofahrer war der Vater eines der eingesetzten Wehrmänner.
Das Unfallaufnahmeteam sicherte mit einem Sachverständigen die Spuren. Mit einem Hubschrauber wurden Spezialisten für das so genannte Rolleimetric-Verfahren eingeflogen, bei dem die Unfallsituation dreidimensional dargestellt wird. Vom Helikopter aus konnten sie nicht fotografieren, weil Bäume über der Straße hingen. Aus Eitorf wurde deshalb die Drehleiter angefordert. Die L 333 blieb für rund fünf Stunden komplett gesperrt.
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