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CSD-Aids-Gala

Affenhitze im Großstadtdschungel

Von Anja Katzmarzik und Kathrin Gemein, 03.07.09, 19:44h, aktualisiert 05.07.09, 14:54h

Auf Asphalt und Stein wurde das Straßenfest des Christopher Street Day auf dem Kölner Heumarkt eröffnet. Gleichzeitig schritten die Gäste der Aids-Gala im Maritim ausnahmsweise über einen grünen Teppich.

CSD-Eröffnung
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Erfrischung tut Not bei den Temperaturen. Mitarbeiter eines Getränkestands auf dem Heumarkt kurz nach der Eröffnung. (Bild: Bause)
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Erfrischung tut Not bei den Temperaturen. Mitarbeiter eines Getränkestands auf dem Heumarkt kurz nach der Eröffnung. (Bild: Bause)
CSD-Gala
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Am Abend fand die traditionelle CSD-Gala im Maritim-Hotel statt. (Bild: Bause)
CSD-Gala
Köln - Köln - Der Besucherstrom teilte sich an der Haltestelle Heumarkt wie das Rote Meer beim Auszug aus Ägypten: Doch es war ein Einzug, den diese Menschenmassen hielten. Zum Straßenfest zogen die einen – die anderen ins Maritim-Hotel, wo 1600 Besucher die ausverkaufte Kölner Aids-Gala feierten.

Der Aids-Gala-Abend im Maritim wurde vor allem dank zweier Frauen zum vollen Erfolg. Nessi Tausendschön begeisterte mit einem Schlaflied auf Kyrillisch und machte den Klassiker "Je t'aime" erst zu dem, was er ist: einen gesungenen, vorgetäuschten Orgasmus, zu dem sie sich herrlich ungelenk auf dem Instrument ihres Pianisten abmühte. Doch vor allem glänzte die ins kalte Wasser gesprungene "mehr als ein Ersatz für Bärbel Schäfer"-Co-Moderation Kim Fisher. Sie lieferte sich mit "Deutschland sucht den Superstar"-Moderator Marco Schreyl wundervolle Wortgefechte und verguckte sich beinah glaubhaft in Julian aus dem Publikum. Herrlich auch, wie sie Gülcan Kamps und ihr kreischendes Maschinengewehr-Endlos-Gerede mit Sätzen wie: "Wie lange bis du jetzt schon Bäckersfrau?" oder "Atmest du zwischendurch auch?" abkanzelte.

Für den stolz angekündigten allerersten kölschen Beitrag überhaupt in der 18-jährigen Gala-Geschichte in Gestalt der Paveier traten schließlich die Kölschen Bengels an. Daneben sorgten auch Künstler wie Fools Garden, Opus sowie Claudia und Chris Roberts für die Musik. Zuvor zeigte sich viel Prominenz aus Kultur, Politik und Verwaltung auf einem ausnahmsweise Grünem Teppich – schließlich lautete das Motto „Großstadtdschungel“. Ob als Tarzan (nur mit Lendenschurz und Liane bekleidet) oder Urwaldtier – viele der Gäste kamen im zum Motto passenden Outfit. Und mussten sich der Jury, besetzt mit Gülcan Kamps, Lorielle London (Dschungelcamp), Weddingplaner Frank Matthée und Society-Lady Christina „Mausi" Lugner, präsentieren, die das beste Outfit des Abends prämierten.

ksta.tv: Aids-Gala mit Dschungelprominenz

„Das Kostüm muss einfallsreich sein und zu der Person passen“, erklärte London, die als studierte Modedesignerin die Kreationen besonders prüfend begutachtete. Kamps bezeichnete sich mit Blick auf ihr kunterbuntes Blumenkleid als „einen wilden Papagei im Urlaub“. Den Titel des schönsten Kostüms des Abends holte schließlich Profi-Drag-Queen Tatjana Taft. Taft kam als fleischfressende Pflanze mit wirklich hungrigen Brüsten, die dank eines elektronischen Mechanismus tatsächlich zubeißen können. Die Trägerin freute sich über den Sieg, der ihr ein eine Nacht für zwei Personen in dem Hotel einbrachte: "Umwerfend! Wenn wir jetzt noch den Weltfrieden erreichen, haben wir was geschafft!"

Auch in Gala-Laune: „Verbotene Liebe“-Schauspieler Thore Schölermann und Jo Weil, die in der Daily-Soap ein schwules Pärchen spielen und dieses Jahr als Botschafter für den „Run of Colours“ der AIDS-Hilfe agieren. Schlagersänger Chris Roberts liegt seine Teilnahme an dem Event am Herzen: „Man kann gar nicht genug darauf hinweisen, dass man aufpassen muss“, erklärt er in Hinblick auf die Krankheit. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes Platz, die zuvor das CSD-Straßenfest eröffnete und im gelben Echsen-Kostüm erschien, plädierte für ein bleibendes Selbstbewusstsein der Homosexuellen: „Und helft mit, dass sich auch Menschen in anderen Teilen der Welt trauen sich zu outen!“

Eingeladen waren auch Vertreter von Schwulen- und Lesbenorganisationen aus den Partnerstädten Istanbul, Kattowitz, Thessaloniki und Tel Aviv. Ziel des Besuches ist es, die Zusammenarbeit der Kommunen auf internationaler Ebene in diesem Bereich zu intensivieren und die Vereinsarbeit zu unterstützen. Zum Besuchsprogramm gehörte auch ein Empfang im Historischen Rathaus, vor dem die Regenbogen-Fahne gehisst worden ist - das Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung.

Das CSD-Straßenfest hat Samstag von 12 bis 22 Uhr (Ausnahme Heumarkt: 23 Uhr, wegen Gedenkveranstaltung) und Sonntag von 11 bis 22 Uhr geöffnet.



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